Manche Begriffe werden als Wert oder Wertvorstellung verstanden, welche jedoch im eigentlichen Sinne keinen Wert darstellen, so z.B.: 

Wertschätzung

Synonyme

Anerkennung, Lob, Hochachtung

abgeschwächt: Zuneigung, Interesse, Achtung, Respekt

Definition

Das Schätzen (von „Schatz“ = „für sehr gut befinden“) von einzelnen oder mehreren messbaren Eigenschaften (Werte) einer Sache (Objekt) oder von Individuen (Subjekten)

Beschreibung

Von Wertschätzung sprechen wir im Allgemeinen, wenn wir einen bestimmten Fokus auf interessante oder erstrebenswerte Wertvorstellungen (insbesondere von anderen) richten und dies mit Aufmerksamkeit, Interesse, Respekt und/oder gar mit wohlwollendem Feedback (Anerkennung) zeigen.

Im Rahmen von zunehmend geführten „Wertediskussionen“ wird der Begriff Wertschätzung sehr oft verwendet; meist als Aufforderung, die weit verbreitete (subjektiv wahrgenommene bzw. empfundene) Geringschätzung durch mehr wohlwollende und motivierende Anerkennung zu ersetzen. 

Der Begriff Wertschätzung wird oft fälschlicherweise als Wert bezeichnet oder verwendet.


Der Zweck von Wertschätzung

Der Zweck von Wertschätzung ist unterschiedlich motiviert, z.B.

  • aus Gründen von Empathie, Sympathie, Wohlwollen, etc. 
    = Wertschätzung als Grundhaltung aufgrund zugeneigter Charaktereigenschaften
  • zum Motivieren von Mitarbeitern, Verbündeten, Partnern, etc.
    = Wertschätzung als strategisches Führungsinstrument
  • aus Höflichkeit, welche einer entsprechenden Erziehung geschuldet ist
    = Wertschätzung als konditioniertes kulturelles oder subkulturelles Ritual
  • aus Dankbarkeit, aufgrund von als positiv empfundenen Ereignissen oder Erlebnissen
    = Wertschätzung aufgrund einer anerkennenden Geisteshaltung

Auch wenn Wertschätzung unterschiedlich motiviert ist, löst sie in fast allen Fällen eine positive Reaktion aus – sowohl beim Wertschätzenden als auch beim Wertgeschätzten.


Wertschätzung innerhalb von Organisationen

"Eine vernunftbegabte kulturelle Lebensgemeinschaft (z.B. ein Unternehmen) strebt nach einem Teamgeist, der es jedem ermöglicht, sich frei zu entfalten." Frank H. Sauer 

Wertschätzung in Organisationen heißt insbesondere: "Aufmerksamkeit und Interesse zu zeigen bzw. besitzen sowie Respekt und wohlwollendes Feedback geben". Diese Geisteshaltung – vor allem zunächst von der Unternehmensführung – ist die Basis für eine gute und fruchtbare Unternehmenskultur. 

"Wenn Werte nicht geschätzt werden, dann gehen sie unter."

Frank H. Sauer (Das große Buch der Werte 2018, S.171) 

Dass wir beim Wertschätzen in unserer Gesellschaft ein Umdenken brauchen zeigen fast alle Umfrageergebnisse und Statistiken. 


Lob versus Wertschätzung

Loben, aus althochdeutsch „lobōn“ = „anerkennen, rühmen, verherrlichen, preisen“ (8. Jh.), bedeutet, eine außerordentliche Leistung einer Person, ausdrücklich und nach (oder über) Gebühr sichtbar hervorzuheben. Lob bezieht sich auf eine leistungsorientierte Handlung und impliziert eine Hierarchie zwischen dem Lobenden und dem Gelobten.

Meist ist Lob (bewusst oder unbewusst) mit Bedingungen und Erwartungen verknüpft.

Gezieltes Loben wird als Instrument zur Motivationssteigerung eingesetzt, ist aber nur wirksam bei Menschen, die Anerkennung brauchen beziehungsweise ein geringes Selbstbewusstsein haben. Zu häufiges Loben hat inflationäre Auswirkungen.

Im Gegensatz zum Loben bedeutet wertschätzen (achten, Respektieren, Mögen, Anerkennen), das wahrnehmbare bedingungslose Anerkennen wertvoller Aspekte von Dingen, Situationen, Produkten, Dienstleistungen oder wertvolle Attribute einer Person oder Gruppe (Team). Das Wertschätzen bezieht sich also auf das Sein, die Wesensart mit dessen achtbaren Merkmalen.

Wertschätzung ist essentielle Nahrung für einzelne Menschen und für Beziehungen. Durch diese Form der Bestätigung von wertvollen Attributen (Feedback, Zuneigung, Resonanz), können sich diese etablieren und weiter aufbauen. Ebenso wird durch latente Wertschätzung eine bedingungslose Beziehungsebene aufgebaut. Es entsteht ein Raum (Bewusstsein) für kollektive Stärke auf gleicher Augenhöhe.


Beispiel für Wertschätzung

Die Hotelkette „Upstalsboom“ hat nach dem vernichtenden Ergebnis einer internen Mitarbeiterbefragung konsequent einen Paradigmenwechsel für eine ökologische und menschliche Unternehmensführung umgesetzt. Das Besondere ist, dass durch die hohe Konzentration auf die persönliche Entwicklung der Menschen mittelbar eine Arbeitgeberattraktivität, Servicequalität und Wirtschaftlichkeit erreicht werden konnten, die deutlich über denen der Branche liegen. So stieg die Zufriedenheit der Mitarbeiter um ca. 80% und die Weiterempfehlungsrate der Gäste von 92% auf 98%. Und in Folge wurde der Umsatz und auch der Gewinn massiv gesteigert.

Eine Erfolgsgeschichte, die durch Potentialentfaltung der Mitarbeiter ermöglicht wurde.

Hier ein Video mit Gänsehautfaktor:

Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier:


Letzte Bearbeitung am 21.10.2018

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