Hinweis: Die ist die Begriffsdefinition; zur Liste mit Beispielen von Wertesystemen (inkl. Definitionen) gibt es eine extra Rubrik.


Synonyme

Werteordnung, Wertekanon, Wertekatalog, Wertesynthese, Ehrenkodex, Moralvorstellungen, Wertmaßstäbe, Tugenden, Wertvorstellungen

Englisch: value system

Definition

Die Summe aller konkreten Wertvorstellungen und Tugenden, welche für einen spezifischen Bereich hoch angesehen sind – für einzelne Personen und/oder innerhalb einer Interessengemeinschaft bzw. Gesellschaft.

Beschreibung

Innerhalb einer Gesellschaft (im Sinne von Kultur und Subkultur) bilden sich einzelne Wertvorstellungen heraus und ergeben in ihrer Gesamtheit eines oder mehrere Wertesysteme. Wertesysteme, die auf Grundwerte beruhen, nennt man auch Werteordnung. Diese Gesellschaft (kulturelle Gemeinschaft) kann eine Nation bzw. ein Staat, ein Staatenbündnis, eine Organisation oder eine Gruppe von Gleichgesinnten (Wertegemeinschaft) sein.

Ebenso können auch einzelne Personen bestimmte Wertesysteme besitzen, wie beispielsweise Familie, Menschlichkeit, Heimat oder Wohlstand (siehe die Beispiele für Wertesysteme).

Jedes Wertesystem besteht aus einigen oder auch vielen Werten, die in der Regel unterschiedlich gewichtet und in Hierarchien dargestellt (gelebt) werden können.

Es gibt verschiedene Arten von Wertesystemen – so z. B.:

  • Begriffliche Wertesysteme, wie z. B. Heimat, Familie, Wohlstand etc, die mehrere bestimmte konkrete Werte vereint (siehe Liste und Beschreibung).
  • Soziokulturelle Wertesysteme, wie sie z. B. in Satzungen, Verfassungen, Leitbilder oder Mission Statements als normativer Rahmen zusammengefasst sind.
  • Vereinigte Wertesysteme, wie z. B. Europäische Werte oder die Charta der Vereinten Nationen, die gemeinsame Werte repräsentieren, jedoch Spielraum für kulturell individuelle Wertvorstellungen der einzelnen Mitglieder lässt bzw. lassen sollte.

Innerhalb von Organisationen, Gesellschaften bzw. Gemeinschaften entstehen materielle sowie ideelle Wertschöpfungen, basierend auf den Werten, auf denen dieses Wertesystem aufgebaut ist.

Wenn sich beispielsweise zwei oder mehr territorial oder kulturell eigenständige Gemeinschaften (einzelne Wertesysteme) zusammenschließen, entsteht eine sogenannte „Wertegemeinschaft“ mit unterschiedlichen Wertesystemen, die in der Regel eine große Schnittmenge bilden.

In vielen mehr oder weniger dogmatischen Gemeinschaften (z. B. Religionen, Nationen, Parteien etc.) werden deren Wertesysteme als alleinige Wahrheit deklariert. Dies nennt man auch Ideologie oder Glaubensmodell, welche durch eine Lehre oder Programm verbreitet wird, was meist mit dem Ausüben von Ritualen verbunden ist.

Wenn sich Wertesysteme einer ganzen Gesellschaft plötzlich oder im Laufe der Zeit verändern (anpassen, weiterentwickeln etc.), nennt man dies Wertewandel.

Beispiele von Wertesystemen

Wir haben einige Beispiele von Wertesystemen aufgeführt und den wertesystemischen Begriffen einige (beispielhafte) konkrete Werte zugeordnet.

Zu den Beispielen der Wertesysteme >> 

Persönliche Wertesysteme

Jeder Mensch besitzt ein eigenes Konstrukt aus Wertvorstellungen (Grundwerte): Das, was uns wichtig ist, was wir bereit sind, zu geben, was wir einfordern und vor allem auch das, was uns durch unsere Erziehung (Normierung) sowie unser Umfeld (Konditionierung) beigebracht wurde.

Die meisten Menschen machen sich über die eigenen Wertvorstellungen nur unzureichende Gedanken, insbesondere bei der verbal formulierten Interaktion mit anderen Menschen und Gruppen. Dabei ist es – insbesondere in Bezug auf die persönliche Integrität – enorm wichtig, zu wissen, welche Werte man "leben" möchte bzw. "erleben" will.

In kollektiven Systemen ist es daher ratsam, regelmäßig nach diesen persönlichen Werten jedes Einzelnen zu fragen und darüber zu diskutieren. Dadurch können Erwartungen wahrgenommen und in Prozessen, Positionierungen und Förderungen (auch Forderungen) berücksichtigt werden.

Literatur

Umfangreiche Zusammenstellung von Prof. Dr. Werner Krämer (Website)

Über 52.000 Wörter umfassende Zusammenstellung soziokultureller Texte (historisch und neuzeitlich), Verweise und Zitate im wertesystemischen Kontext:

"Inhalt: Bisher sind Kinder-Uni und Schulpatenschaft, ein Forum der Nutzer, ein satirisches Portrait der Volkswirtschaftslehre, ein Schwarzes Brett, berühmte Wirtschaftsbücher(große Ökonomen), ökonomisch relevante Filme und Kommentare (Views), die Seidenstraße (alte und neue), Troja und Homer, Islamische Kultur und Wirtschaft, Ganzheitliches Denken (vor allem aus China), Naturströmungen: Daoismus und Shintoismus, (Leben, Lehre, Relevanz), Konfuzianismus, Kulturelemente in Asien (China, Japan), Kultur als Rahmen in China, in Japan, in Korea, in Indien, Indien als Ursprungsland vieler Religionen, Bhagavad Gita/Yoga/ Psychologie Indiens, Religion als Bestandteil der Kultur und Wirtschaft,Businessstrategien in unterschiedlichen Kulturen(Kulturfaktoren),Psychologie als Grundlage der Ökonomie (+Sozialpsychologie, Soziologie),sowie neuere Zitate aus dem Wirtschaftsleben enthalten."


Letzte Bearbeitung am 09. Juli 2020

Eine komplette Liste aller Werte (Wertvorstellungen)
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