Rituale

Ein Individuum sowie eine Kultur pflegen die jeweils wichtigen Werte insbesondere durch Rituale. 

Synonyme

Geste, Brauch, Etikette, Protokoll, Sitte, Förmlichkeit, Gewohnheit, Konvention, Übung, Zeremonie, Ritus, typisierte Verhaltensweise, festlicher Akt, feierliche Handlung, Ordnung, Kult, Vorschrift.

Adjektiv: zelebrieren

Definition

Ein Ritual (von lateinisch „ritualis“ = „den Ritus betreffend, rituell“) ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt. Sie wird häufig von bestimmten „Wortformeln“ und bekannten Gesten begleitet und kann religiöser oder weltlicher Art sein (z.B. Gottesdienst, Begrüßung, Hochzeit, Begräbnis, Aufnahmefeier usw.). Ein festgelegtes Zeremoniell (Ordnung) von Ritualen oder rituellen Handlungen bezeichnet man als Ritus. 

Quelle: Wikipedia (Stand: 13.06.2017); leicht optimiert.

Beschreibung

Anmerkung: Diese Beschreibung bezieht sich vorwiegend auf das Ausleben von individuellen Wertvorstellungen innerhalb von Wertegemeinschaften und einer Unternehmenskultur

Gemeinschaften oder Organisationen, welche gemeinsame Werte besitzen, pflegen bewusst oder auch unbewusst Rituale. Diese werden entweder überliefert oder situativ integriert - je nach kulturellen Wertmaßstäben und Vorgaben.

Vor allem der deutsche Schriftsteller und Aufklärer Adolph Freiherr Knigge (16.10.1752 bis 06.05.1796) hat in seinem Werk "Über den Umgang mit Menschen (1788)" die Etikette hervorgehoben und bis heute gültige Umgangsformen etabliert.

Kulturelle Werte implizieren bestimmte Denkmodell und Geisteshaltungen, die bestimmte Verhaltensweisen benötigen, um diese Werte (Wertvorstellungen) zum Ausdruck zu bringen.

Im Laufe der Zeit entstehen Rituale, die mehr oder weniger gepflegt werden.

Rituale sorgen (psychologisch) für ein großes Werte-Verständnis und fördern somit nachhaltig den Fortbestand der kulturellen Werte.

Sollten also bestimmte Werte "gelebt" werden, ist es notwendig, dies auch durch Rituale auszudrücken.

Die klassischen und bekannten Rituale sind beispielsweise:

  • Beten, Meditieren,
  • Begrüßen (Händeschütteln, Umarmen, Verneigen, den Hut ziehen bzw. lüften),
  • situationsbedingtes angemessenes Einkleiden,
  • Hochzeitstorte und "Ja-Wort" beim Heiraten,
  • sich Zuprosten beim geselligen Umtrunk,
  • obligatorische Gratulation und Übermittlung von Wünschen  bei Geburtstagen,
  • etc.

Ähnliches kann man aber auch bei bestimmten individuellen (persönlichen) oder gemeinsamen Werten ("Wichtigkeiten") feststellen, was ebenso als Rituale bezeichnet werden kann, welche gefeiert, genossen, gelebt und/oder zelebriert werden:

  • alltäglicher morgendlicher Kaffeegenuss
  • regelmäßig gemeinsames Essen in gleicher oder ähnlicher Runde
  • wöchentliches Meeting mit wiederkehrender Agenda
  • der Chef macht seinen turnusmäßigen Rundgang und begrüßt die Mitarbeiter freundlich und interessiert
  • feierlicher Spiele-Abend mit der Familie
  • Einrichten und turnusmäßiges Nutzen eines Refugiums (persönlicher Rückzugsort) zum ungestörten, kreativen Arbeiten
  • Weihnachtsfeiern in Firmen
  • mit seiner Liebsten / seinem Liebsten ausgehen (besonders wertvoll, wenn vor lauter Kinder und/oder Arbeit „eigentlich“ keine Zeit dafür ist
  • abends seinem Kind eine Gutenachtgeschichte vorlesen
  • feierliche Ansprachen vom Chef am Jahresende
  • alltägliches Feierabend-Bierchen
  • nach dem Duschen oder Frühstücken seine Wünsche und Ideen aufschreiben
  • jeden Abend seine Erfolge bzw. Highlights des Tages niederschreiben
  • wöchentliche Datensicherung mit dem Gefühl von Sicherheit
  • abendliche Nachrichten hören/sehen (Anm.: meist nicht wertvoll)
  • monatlicher Waldspaziergang im Team
  • u.v.m.

Mit derartigen kreativen Ritualen (der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt) kann man das Glück und viel Lebensqualität quasi trainieren. Denn: Training in bestimmten Disziplinen (konkrete Leistungsziele), sind bestimmte, sich wiederholende Rituale, um Wertschöpfung so zu generieren, so dass ein Rhythmus entsteht und ein gewünschtes Ziel erreicht werden kann.

Es ist somit sinnvoll, für die wirklich wichtigen Dinge und Werte (insbesondere die Grundwerte) Rituale für sich selbst und seine Gemeinschaft(en) zu erfinden, etablieren und pflegen. Dadurch erst entsteht ein nachhaltig wertvolles Leben, das leicht "gelingt".

Sollten sich Umstände, Ziele oder Wertvorstellungen ändern, so werden die „alten“ Rituale durch neue ausgetauscht oder angepasst. In machen Fällen kann ein unbewusst verankertes (konditioniertes) Ritual, im Rahmen eines Wertewandels als hinderlich, befremdlich oder den Wandel verhindernd wirken.


Letzte Bearbeitung am 09.05.2018

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