Memetik (Memtheorie, Mem)

Der Biologe Clinton Richard Dawkins[1] führte 1976 den Begriff „Mem“ ein, als kulturelles Analogon zum Gen. Diese Theorie wurde u. a. von Vera F. Birkenbihl aufgegriffen[2].

Aus der Memtherorie wurde die Memetik (Lehre der Meme), welche insbesondere in der Intuistik® Anwendung findet.

Definition

Ein Mem ist ein manifestierter Inhalt des Bewusstseins (zum Beispiel ein Gedanke), der durch Kommunikation überliefert bzw. vererbt wird und sich ähnlich wie ein Virus verbreiten kann. Ein Mem ist das soziologische Äquivalent zum biologischen Gen. Meme beeinflussen den soziokulturellen Entwicklungsprozess der gesamten Menschheit.

Beschreibung

Dawkins beschrieb das Mem als „Replikationseinheit der kulturellen Evolution“, die durch z. B. „Ideen, Melodien, Gedanken, Schlagworte, Sprichwörter, Moden, Fertigkeiten und Technologien“ überliefert wurde. Meme vermehren sich dabei in einem sogenannten Mempool, das durch Imitation von Gehirn zu Gehirn springt. Dabei unterliegen sie – ebenso wie Gene – Selektion und Mutation. Er widersprach damit der Darwinschen Evolutionstheorie, welche postulierte, dass insbesondere die Gene als Replikatoren der Evolution wichtig sind.

Mit der Entwicklung von Medien (Schrift, Bücher, Buchdruck, Zeitschriften, Fotografie, Tonaufnahmen, Radio, Fernsehen, Video, Internet etc.) bekam die Verbreitung von Memen und Mempools jeweils neue Dimensionen. Es wurde konkreter, bildhafter, schneller, verinnerlichbarer und zu guter Letzt: manipulierbarer.

Meme und Werte

Meme vererben also als Bewusstseinsinhalt soziokulturelle Informationen. In gleicher Weise werden menschliche Wertvorstellungen geprägt und überliefert.


[1] Clinton Richard Dawkins (geb. 26. März 1941 in Nairobi, Kenia) ist ein britischer Zoologe, theoretischer Biologe, Evolutionsbiologe und Autor populärwissenschaftlicher Literatur. Von 1995 bis 2008 war er Professor an der University of Oxford. Er wurde 1976 mit seinem Buch The Selfish Gene (Das egoistische Gen) bekannt, in dem er die Evolution auf der Ebene der Gene analysiert. Er führte den Begriff Mem als hypothetisches kulturelles Analogon zum Gen in der biologischen Evolution ein. In den folgenden Jahren schrieb er mehrere Bestseller, unter anderem The Extended Phenotype (1982), Der blinde Uhrmacher (1986), Und es entsprang ein Fluß in Eden (1995), Gipfel des Unwahrscheinlichen (1996), Der Gotteswahn (2006) und Die Schöpfungslüge (2009) sowie weitere kritische Beiträge zu Religion und Kreationismus. Dawkins gilt als einer der bekanntesten Vertreter des „Neuen Atheismus“ und der Brights-Bewegung, für die er in Artikeln in großen Zeitungen warb. In einer Umfrage des Magazins Prospect wählte eine Auswahl britischer und US-amerikanischer Juroren Dawkins 2013 zum weltweit wichtigsten Denker.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Dawkins (abgerufen am 12.09.2019)

[2] Link zum Video: https://youtu.be/suUzhD8GvIA


Letzte Bearbeitung am 02.11.2019

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