Haltung (Geisteshaltung)


Synonyme

Geisteshaltung, Grundhaltung, innere Einstellung, Grundeinstellung, Gesinnung, Grundauffassung, Sinnesweise, Beherrschtheit

Ähnlich: Tugenden, Grundwerte, Sittlichkeit, Habitus

Englisch: attitude, stance (Einstellung), demeanor (Auftreten)


Wortherkunft

Substantiviert aus dem Adjektiv "halten", aus althochdeutsch "haltan" = "festhalten, befolgen, (be)hüten (8. Jh.) und mittelhochdeutsch "halten, halden" = "hüten, weiden, bewahren, verehren, festhalten, gefangenhalten, meinen, sich benehmen, an einem Punkt anhalten, stillhalten".


Definition

  • Geisteshaltung: die grundsätzliche Einstellung einer Person, die ihr Denken und Handeln maßgeblich beeinflusst

Weitere Definitionen (auf dessen Bedeutungen hier nicht näher eingegangen wird):

  • Fassung (Contenance): Beherrschtheit, die durch Standhaftigkeit, Gelassenheit, Besonnenheit und/oder Widerstandsfähigkeit gekennzeichnet ist
  • Körperhaltung: die Art und Weise, wie ein Individuum seine Körperteile proportional ausrichtet (insbesondere das Rückgrat, den Kopf und die Arme)

Beschreibung

Die Geisteshaltung einer Person resultiert zum größten Teil aus 1. einer konditionierten Grundeinstellung sowie 2. aus der persönlichen Zielstellung bezüglich der jeweiligen Situation. Damit verbunden (einhergehend) sind bestimmte charakteristische Wertvorstellungen und individuelle moralische Prinzipien.

Folglich formt sich die Grundhaltung im Laufe des Lebens aus folgenden Faktoren:

  • aufgebaute (manifestierte) Vorurteile
  • adoptierte Meinungen
  • Grundbedürfnisse (siehe „Abraham Maslow“)
  • Motive (persönlichkeits- und rollenspezifisch)
  • Erwartungen
  • Ziele (Goals und Targets)
  • Ideen (Visionen, intuitive Umtriebigkeiten)

Je nach Art und Aufbau der Haltung ist die Person entweder zugeneigt, abgeneigt oder neutral (zurückhaltend oder beobachtend). Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die allgemeine und die spezifische Grundhaltung einer Person zu kennen, wenn man mit ihr kommunizieren, zusammenleben oder zusammenarbeiten möchte (muss).

Die Geisteshaltung einer Person kann von guten Beobachtern an der Körperhaltung, der Gestik[1] sowie der Tonalität der Stimme abgelesen werden.

[1] Geste: „Gebärde, Körperbewegung beim Sprechen“ (15. Jh.); aus lateinisch „gestus“ = „Bewegung der Hände, ausdrucksvolle Körperbewegungen (von Gauklern, Rednern oder Spaßmachern)“; aus lateinisch „gerere (gestum)“ = „tragen, ausführen, reflexives Verhalten

Beeinflussung der Geisteshaltung

Maßgeblich formen die Erziehung, das kulturelle Umfeld, eigene Erfahrungen, Erfolge und Enttäuschungen die Geisteshaltung einer Person.

Auch werden die Haltungen einer Person gegenüber einer anderen Person, einer Sache oder Situation (Projekt, Unternehmen, Gruppenaktivität etc.) von dritten Instanzen (Familie, Freunde, Lehrer, Berater, Medien) bewusst oder unbewusst beeinflusst. Die Folge ist entweder eine gesteigerte Zuneigung oder Abneigung zu bestimmten Werten oder Wertesystemen.

Auch ist möglich, dass durch eine sehr starke Bindung zu einem Vorbild die eigene Haltung geformt wird, da passionierte Meinungen des Vorbildes adoptiert und zu eigen gemacht werden. In einigen Fällen entsteht dadurch eine Abhängigkeit.


Zitate

"Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst."

Albert Schweitzer (1875 bis 1965)

"Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird."

Winston Churchill (1874 bis 1965)

"Die meisten Menschen wenden mehr Zeit und Kraft darauf, um die Probleme herumzureden, als sie anzupacken."

Henry Ford (1863 bis 1947)


Letzte Bearbeitung am 11.01.2019

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