Führungsleitlinien


Synonyme

Führungsrichtlinien, Führungsgrundsätze, Führungsprinzipien, Führungsmaßstäbe, Führungsverhalten, Führungshandeln, Führungsstil, Managementregeln

Englisch: management guidelines


Definition

Eine normative Liste mit Beschreibungen für alle Führungskräfte, die festlegt, wie innerhalb einer Organisation geführt werden soll oder muss.


Beschreibung

Führungsleitlinien beschreiben die Art und Weise, wie alle Führungskräfte einer Organisation ihre Mitarbeiter und Teams führen sollen, um den übergeordneten Leitwerten (Leitkultur, Leitmotive) bzw. Grundwerten gerecht zu werden.

Im Idealfall wird in den Führungsgrundsätzen (ein Bestandteil der Führungsleitlinien) auch zwischen fachlicher und disziplinarischer Führung unterschieden.

Mit den Führungsleitlinien wird nicht vorgegeben „WAS“ beim Führen kommuniziert wird, sondern „WIE“. Darüber hinaus beschreiben gute Führungsleitlinien auch das „WARUM“, welches sich auf die Vision, die Mission und die daraus resultierenden Grundwerte bezieht.

Führungsleitlinien beinhalten im besten Fall die nachstehenden Kategorisierungen, welche so oder ähnlich gekennzeichnet werden können:

  1. MUSS: verpflichtende Grundsätze
  2. SOLL: bedingte Leitsätze
  3. DARF: Empfehlungen als Hilfestellungen
  4. KANN: Spielräume für spezifische Anforderungen

Zweck und Ziel von Führungsleitlinien sind, einen bestmöglich einheitlichen Führungsstil aller Führungskräfte zu etablieren und pflegen, der nachstehendes berücksichtigt:

  1. die gewünschte Kultur des Unternehmens
  2. eine bestimmte Haltung aller Führungskräfte
  3. die Werte des Unternehmens, welche z. B. in einem internen und externen Leitbild oder Mission Statement festgeschrieben sind
  4. individuelle, spezifische Herausforderungen des jeweiligen Fach- und Führungsbereiches
  5. die Wertvorstellungen und Motivstrukturen aller Mitarbeiter
  6. Besonderheiten bzgl. Aufbau und Entwicklung der Führungsmannschaft

Obwohl die Inhalte vielseitig und vollumfänglich sein sollten, ist es ratsam, die Führungsleitlinien möglichst kurzzufassen und gut lesbar sowie verstehbar zu gliedern. Dies ist wichtig, da verantwortungsbewusste und interessierte Menschen durch zu viele Texte überfordert werden können.


Geltungsbereich

Führungsleitlinien sind bindend für alle fachlichen und disziplinarischen Führungskräfte (Teamleiter, Abteilungsleiter, Fachbereichsleiter, aaa etc.), auch – und insbesondere – für die obersten Unternehmensführung (Geschäftsführer, Vorstand etc.).

Aufsichtsrat, Beirat, Gesellschafter, Aktionäre etc. sind hiervon rollenbedingt ausgenommen, sie sollten aber die Führungsleitlinien kennen und akzeptieren und sich nicht in die Führung einmischen.

Die Führungsleitlinien sollten auch den Umgang mit Lieferanten, Subunternehmer und Freelancer beinhalten.


Die Rollen einer Führungskraft

Vorgesetzter / Entscheider

In hierarchisch strukturierten Unternehmen ist eine Führungskraft ein sogenannter Vorgesetzter.

Damit verbunden sind Entscheidungsbefugnisse, welche auf dieser Ebene (Instanz) getroffen werden müssen. Als Kompetenz ist die empathische Entscheidungsfreude eine wichtige Voraussetzung.

Moderator / Führer

In einer auf kooperativen Führungsstil ausgerichteten Unternehmenskultur, sind alle Führungskräfte angehalten, auch als Moderator zu agieren.

Führung bedeutet, zu leiten und in bestimmten Fällen auch ein aufzeigendes "an die Hand nehmen".

Unternehmer / Gestalter

Jede Führungskraft muss die Ziele des Unternehmens kennen und diese in ihrem spezifischen Bereich umsetzten.

Dabei muss die Führungskraft in der Lage sein, die Ziele des Unternehmens auf den zu führenden Fachbereich herunter zu brechen sowie spezifisch zu formulieren.

Ebenso ist wichtig, die stimmige Formulierung (Mission, Auftrag, Mandat) an die Mitarbeiter so zu transportieren, dass diese mit einem bestmöglichen Maß an Bereitschaft und Lust (Motivation) agieren und interagieren.

Coach / Mentor

Eine kluge Führungskraft nutzt die Methoden des wirksamen Coachings und stellt sich darüber hinaus, potentiell entwicklungsfähigen Mitarbeitern als Mentor zur Verfügung.

Sofern ein Leitbild bzw. eine Unternehmensphilosophie existiert, wird die Führungskraft dieses

1. generell erklären können (inklusive die dort verwendeten Begriffe für Werte) und

2. in der Lage sein, die Bedeutung für den jeweiligen Fach- oder Unternehmensbereich zu benennen, beschreiben und verdeutlichen.


Bedeutung für Anspruchsgruppen

Angewendete Führungsleitlinien wirkt sich mehr oder weniger direkt auf alle Mitarbeiter und Teams aus. Darüber hinaus haben alle Leitlinien – welche regulative Grundsätze und Kommunikationsrichtlinien beinhalten – indirekten Einfluss auf alle Anspruchsgruppen.

Bedeutung für Führungskräfte

Führungsleitlinien geben für Führungskräfte Orientierung, wie sie ihre Art der Führung (Haltung, Rhetorik, allgemeine Kommunikationsregel) gestalten und umsetzen.

Der Fokus liegt hier auf Wirksamkeit (Effektivität), Glaubhaftigkeit (Authentizität) und dem Erreichen der vorgegebenen bzw. vereinbarten Ziele.

Bedeutung für Mitarbeiter

Umgesetzte Führungsleitlinien schaffen für Mitarbeiter Klarheit - insbesondere durch Vorhersagbarkeit (Verlässlichkeit) und stabile Orientierungspunkte.

Die Führungsleitlinien sollten auch den Mitarbeitern bekannt sein.

Bedeutung für die Unternehmensführung

Konstruktive Steuerung (Kontrolle), Skalierbarkeit, ...

i. A.

Bedeutung für Lieferanten

Indirekt erworbene / übernommene (adoptierte) und wahrnehmbare Verlässlichkeit, ...

i. A.

Bedeutung für Kunden

Bewusst oder unbewusst wahrnehmbare Verlässlichkeit, Beständigkeit, ...

i. A.


Links und Literatur

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Letzte Bearbeitung am 12.11.2019

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