Ethik, Moral, Recht

Definitionen im Sinne von kulturellen und subkulturellen Gemeinschaften; basierend auf dem „EMR-Modell“ der Intuistik®.


Definition Ethik

Normen und Maximen der Lebensführung, die sich aus der Verantwortung gegenüber anderen herleiten.

Philosophie: Lehre vom sittlichen Wollen und Handeln des Menschen in verschiedenen Lebenssituationen

Exemplarisches Beispiel

Ein vielzitierter Kerngedanke der Ethik im Sinne von tugendhaften Wertvorstellungen von Immanuel Kant ist der „Kategorische Imperativ“: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Definition "Ethik" (aus der Intuistik®)

Ethik ist, wenn die Gedanken, Handlungen und Taten einer Person oder (selten) Gruppe auf das größtmögliche Wohl möglichst aller global existierenden Individuen sowie deren Lebensräume ausgerichtet sind.

Der Zweck von Ethik: Bestmögliches Überleben für alle Individuen


Definition Moral

  • System von geschichtlich gewordenen und gesellschaftlich bedingten sittlichen Grundsätzen, Werten und Normen, von denen sich die Menschen in ihrem Verhalten zueinander leiten lassen
  • Bis zum 18. Jahrhundert: „aus einem Beispiel zu ziehende sittliche Nutzanwendung und Lehre“

Quelle: teilweise entnommen aus dwds.de am 28.11.2018

Wortherkunft Moral

Überleitung aus lateinisch „mōrālis“ = „die Sitten betreffend“, das abgeleitet ist aus lateinisch „mōs“ (Genitiv „mōris“) = „zur Regel gewordener Wille, auf innerer Gesinnung beruhende, gewohnheitsmäßige Tätigkeit, Sitte, Brauch“; etymologisch verwandt mit „Mut

Quelle: punktuell entnommen aus dwds.de (Etymologie) am 28.11.2018

Definition "Moral" (aus der Intuistik®)

Moral ist eine subkulturelle Ethik, die auf für diese Subkultur festgelegten Tugenden und Imperative basiert. Zum Schutz des eigenen Überlebens und der gewohnten Aspekte von Lebensqualität fordert sie dazu auf, diese mit allen Mitteln zu verteidigen, auch wenn die Verteidigungshandlungen nicht den interkulturellen (globalen) ethischen Ansprüchen genügen.

Der Zweck von Moral: Bestmögliches Überleben der eigenen Kultur (Gruppe, Organisation etc.)


Definition Recht

Gesamtheit der vom Staat festgelegten Normen des menschlichen Verhaltens, Rechtsordnung 

Quelle: teilweise entnommen aus dwds.de am 28.11.2018

Wortherkunft Recht

Entspricht althochdeutsch „rehtlīh“ = „rechtsgültig, gerecht, ordnungsgemäß, rechtsfähig, durch Regel vorgeschrieben“ (8. Jh.); auch aus lateinisch „regere“ = „geraderichten, lenken, leiten, herrschen“; auch aus altirisch: „recht“ = „Ordnung, Gesetz, Recht“, aus der indoeuropäischen Wurzel „*reg̑-“ = „gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten“, wozu auch altindisch „ṛ́jyati, ṛñjáti“ = „streckt sich, eilt“, „irajyáti“ = „ordnet an, lenkt“, „rā́ṭ“ = „König“ und lateinisch „rēx“ = „Lenker, König“ gehört.

Quelle: punktuell entnommen aus dwds.de (Etymologie) am 28.11.2018

Definition "Recht" (aus der Intuistik®)

Recht ist ein staatlich (territorial kulturelles) verordnetes verbindliches System, das

  1. kulturell moralische Vorstellungen regelt und
  2. den Verlust von Moral und/oder Ethik einzelner Personen sanktioniert

Der Zweck von Recht: Bestmögliches Ausschalten des Verlustes von Moral und Ethik.


Gegenüberstellung und Einordnung

Wertvorstellungen treten in den 3 systemischen Komplexen (Ebenen) auf, welche wir wie folgt geordnet haben:

  1. ETHIK = globales Bewusstsein = Beziehungen
  2. MORAL = kulturelles oder subkulturelles Bewusstsein = Gruppenschutz
  3. RECHT = nationales / territoriales Bewusstsein = Reglementierung

Jede dieser 3 Ebenen besitzt relativ unterschiedliche Wertesysteme, die jeweils aus Werten, Tugenden, Normen und daraus resultierenden Prinzipien bestehen.

Auf einer Skala eines soziokulturellen Bewusstseins (basierend auf den zugrunde liegenden Motiv-Strukturen und dogmatischen Tugenden) ist

  • RECHT ein Teilaspekt von MORAL und
  • MORAL ein Teilaspekt von ETHIK.

Somit ist Ethik höherwertiger (weil ganzheitlicher) als Moral und Moral ist höherwertiger (weil agiler) als Recht.

Man könnte auch sagen: Recht dient der Moral und die Moral dient der Ethik. Oder: Ethik inspiriert Moral und Moral formt das Recht.

Ergo: Recht wird nur benötigt, wenn die Moral versagt und Moral wird benötigt, wenn die Ethik versagt.

Das Ganze hängt davon ab, als WER man überleben möchte: als Individuum, als Gruppe oder Organisation, als Menschheit oder als Natur (z. B. die "Schöpfung").


Zitate

"Die Moral, die gut genug war für unsere Väter, ist nicht gut genug für unsere Kinder."

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916)


Letzte Bearbeitung am 30.11.2018

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