Was sind Werte?

Wertvorstellungen (Werte) sind erstrebenswerte und subjektiv moralisch als gut befundene Eigenschaften, Qualitäten oder Glaubenssätze. Aus festgelegten und gewichteten Werten (Normen) resultieren, Denkmuster, Handlungsmuster und Charaktereigenschaften sowie Ergebnisse mit gewünschten Eigenschaften. Langfristig entsteht eine Kultur.

Zusammengefasst ergeben Werte dynamische und komplexe Systeme (mit Kategorien) denen sich Individuen bzw. Gruppen von Personen verpflichtet fühlen.

Wertegemeinschaften - z.B. Nationen, Staatenbündnisse, Unternehmen, Religionen oder Vereine - definieren ihr Wertesystem in übergeordneten Regelwerken, wie Verfassungen, Verträgen, Geboten, Rituale.

Das gewünschte Wertesystem wird in Firmen nach außen durch das Unternehmensleitbild und im inneren und äußeren Erscheinungsbild als Unternehmenskultur dargestellt.

Zweck von Werten

Das Wissen um seiner eigenen Werte hilft bei der Orientierung und Findung der persönlichen Ziele sowie dabei, die richtigen Verbündeten zu finden, welche gleiche oder ähnliche Wertvorstellungen besitzen.

Aber was sind denn eigentlich WERTE und wie viele gibt es? Um das zu beantworten sollten wir zunächst von Wertvorstellungen sprechen - denn, ob etwas oder jemand wertvoll ist, hängt von einer subjektiven Betrachtung (Vorstellung), Einschätzung sowie einer kategorisierenden Bewertung ab.

Ursprung

Mit dem Begriff Werte hantierten schon die alten Griechen (axio). Das Fachgebiet, welches spätere Philosophen definierten nennt sich Axiologie.

Definition des Begriffs Werte

Werte sind Substantive, die moralisch gut empfundene Eigenschaften - welche erstrebenswert sind und von anderen erwartet werden - verkörpern. Sie symbolisieren oder beschreiben die Qualität von Charaktereigenschaften bzw. Sittlichkeit (Subjekte) sowie die Nutzenmerkmale von Dingen bzw. Produkten (Objekte).

Einen Wert können wir immer messen. Daran erkennen wir ihn und dadurch zeichnet er sich aus. Oder besser gesagt: Ein Wert ist das Ergebnis einer Messung – ob subjektiv oder objektiv. Demnach ist (ergibt) alles einen Wert, was man messen kann. Da wir aber bei Wertvorstellungen über immaterielle Dinge sprechen, grenzt sich die Auswahl ein. Diese Werte symbolisieren alle Faktoren von Lebensqualität.

Derart subjektive Werte sind zum Beispiel: Ehrlichkeit, Treue oder Loyalität, Spaß oder Fröhlichkeit, Vertrauen oder Zuneigung, Empathie oder Sympathie.

Werte-Ketten

Werte beeinflussen sich gegenseitig (soziale Interaktion). So sind bestimmte Wertvorstellungen eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung von anderen Werten. Einige Werte sind darüber hinaus ein sogenannter Auslöser (Trigger) von anderen Werten.

Beispiele:

  • Interesse > Zuneigung > Empathie
  • Pflichtgefühl > Treue > Loyalität
  • Zuneigung > Vertrauen > Ehrlichkeit

Wenn man diese Kausalitäten weiter durchspielt, kann man einige sog. WERTE-SCHÖPFUNGS-KETTEN erstellen, die z.B. in einem Leitbild oder Wertesystem dargestellt werden können.

Wenn man einen schwer zu aktivierenden Wert herstellen möchte, ist es ratsam, eine vorhandene „auslösende“ Wertvorstellung anzusprechen (Trigger, Handlungskette).

Absolute und relative Werte

Manche Werte sind relativ absolut, die meisten Werte sind jedoch relativ.

So sind z.B. Gesundheit sowie Mut relativ absolute Werte und Interesse sowie Intelligenz relative Werte.

Motive aktivieren Werte

Auslöser für jede Wertvorstellung ist ein Motiv oder Grundmotiv, was ein Individuum dazu bringt (intrinsisch motiviert), diese Wertvorstellung auszuleben. Diesem Motiv liegt i.d.R. entweder ein Mangel (Problem) oder ein Ideal (Ziel) zugrunde.

Werte-Kategorien

Werte werden je nach Lebenssituation objektiv und subjektiv unterschiedlich definiert und eingestuft (siehe auch Wertekategorien):

  • Persönliche Situation (Selbst)
  • Familie
  • Soziale Gruppen (Firma, Freunde, etc.)
  • Nation oder Staatenbund
  • Eigene kulturelle Gemeinschaften (Religion, Kontinent, Kulturkreis, etc.)
  • Ganze Gesellschaft (Menschheit)

In Wertegemeinschaften werden eine oder mehrere Kategorien gebildet bzw. kombiniert.

Werte als Gerüst für Kulturen

Eine Lebensgemeinschaft (Kultur) prägt Werte und gibt sie weiter. Daraus entstehen kollektive Rituale und individuelle Verhaltensweisen zum Schutz oder zur Weiterentwicklung der Gruppe.

Ein Wert ist i.d.R. positiv und wird vom Einzelnen entweder eingefordert oder „gelebt“.

Anzahl der Werte (Begriffe)

Wie viele Werte gibt es?

Weit über 100 (manche Experten sprechen von über 400 Werten), von denen allerdings in der heutigen Zeit (in unserem Kulturkreis) nur ein Teil davon noch eine konkrete Bedeutung besitzt. Die wichtigsten davon haben wir hier aufgeführt. Ebenso werden die in der nahen Zukunft wichtigen Werte hinzugefügt.

Für Vorschläge und Inspirationen sind wir dankbar.

Synonyme von Werten

Alle Synonyme, welche Werte darstellen bzw. beschreiben ergeben zusammengefasst über 1200 Begriffe - Substantive und Adjektive.

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Seite erstellt am 12.01.2014  /  Letzte Änderung am 19.04.2017

Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu schmieden. (Konfuzius)

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