Verzeihen

Synonyme

vergeben, entschuldigen, freisprechen, lossprechen, nachsehen, begnadigen.

ähnlich: nicht übel nehmen / nicht verübeln, Verständnis zeigen, nicht nachtragen, rechtfertigen.

umgangssprachlich: ein Auge zudrücken / beide Augen zudrücken, nicht krumm nehmen.

Fremdwörter: exkulpieren, amnestieren, Pardon geben, absolvieren (aus Absolution [kath. Kirche]).

Wortherkunft

Aus mittelhochdeutsch "verzīhen" = versagen, abschlagen, lossagen und aus althochdeutsch "farzīhan" = versagen, verweigern.

Eine Ableitung vom Verb "zeihen" mit dem Ableitungsmorphem "ver-" = "etwas entfernen", "etwas wegnehmen".

Definition

Jemanden von etwas frei sprechen; jemandem vergeben.

Beschreibung

Verzeihen erfolgt nach einer meist absichtlichen oder selten unabsichtlichen unredlichen oder bösen Tat. Meist wurde diese Tat gegen die Person begangen, welche verzeiht.

Zum Verzeihen gehört die bewusste Überwindung des eigenen Schmerzes, was in Folge die negativen Gedanken, Gefühle und auch Psycho-Somatiken auslöschen kann.

Das Verzeihen ist traditionell ein religiöses Ritual (obligatorische Tugend), zur Beseitigung des eigenen energieaufwändigen Grolls und zur Erteilung der sog. Absolution. Eingefordert wird dies in überlieferten Schriften und menschenfreundlichen Traditionen, z.B. im Christentum, Judentum, Hinduismus und Buddhismus.

Zitate

"Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken."

Mohandas Karamchand Gandhi (* 2. Oktober 1869 in Porbandar, Gujarat; † 30. Januar 1948 in Neu-Delhi, Delhi, indischer Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer, Revolutionär, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist.

"Ältere Bekanntschaften und Freundschaften haben vor neuen hauptsächlich das voraus, dass man sich einander schon viel verziehen hat."

Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar, geadelt 1782) gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung.

"Wir sollen immer verzeihen, dem Reuigen um seinetwillen,

dem Reuelosen um unseretwillen."

Marie Freifrau Ebner von Eschenbach (* 13. September 1830 auf Schloss Zdislawitz bei Kremsier in Mähren; † 12. März 1916 in Wien), österreichische Schriftstellerin und gilt mit ihren psychologischen Erzählungen als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jahrhunderts.

"Ehe man tadelt, sollte man immer erst versuchen, ob man nicht verzeihen kann!"

Georg Christoph Lichtenberg (* 1. Juli 1742 in Ober-Ramstadt bei Darmstadt; † 24. Februar 1799 in Göttingen), Mathematiker und der erste deutsche Professor für Experimentalphysik. Lichtenberg gilt als Begründer des deutschsprachigen Aphorismus.

"Der Mensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittet oder selbst verzeiht."

Jean Paul (* 21. März 1763 in Wunsiedel; † 14. November 1825 in Bayreuth; eigentlich Johann Paul Friedrich Richter) war ein deutscher Schriftsteller.

"Sei gut zu dir und vergib den anderen."

Buddhistische Weisheit

In den Medien

Wahre Vergebung wirkt heilsam (Fokus Online); von und mit Eva-Maria und Wolfram Zurhorst.

Literatur

Letzte Änderung: 24.11.2016

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