Begleitbuch zum Werte-Spiel

Auszüge aus den Begleitbüchern für unsere Werte-Spiele


Einleitung

Ziel der WERTE-SPIELE ist, die Gamification[1] (Spielifizierung) von Werte-Arbeit bestmöglich umzusetzen.

Dabei soll ein WERTE-SPIEL das Entdecken der eigenen Werten und/oder bei der Ermittlung gemeinsamer und differenzierter Werte für Teams bzw. Unternehmen unterstützen. Es soll konstruktiv diskutiert werden. Die unterschiedlichen Spiel-Varianten – teilweise mit dem gleichen Set – sind für das Spiel in der Familie, mit Freunden, in der Schule, in Teams und in Organisationen geeignet. Zum Beispiel ermittelt jeder Teilnehmer sein eigenes Wertesystem, welches von den einzelnen Mitspielern individuell mit einem bestimmten Grad an Authentizität versehen wird. So wird deutlich, wie es in dieser Runde (Gruppe) um die Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung für jeden einzelnen Wert bestellt ist.

Die Ergebnisse sind beeindruckend und stellen in Bezug auf lebendige, authentische Wirksamkeit alle bisherigen Tools für die Werteermittlung in den Schatten.

Die Spiele sind humorvoll, konfrontativ, erhellend, lustig, aufklärend, verbindend und stiften im besten Falle Teamgeist. Und das Wichtigste: es ist auf jeden Fall erlebnis- UND ergebnisorientiert.

Alle Werte und die wichtigsten wertesystemischen Begriffe kommen hier zur Geltung. Sie sind entnommen aus dem "Das große Buch der Werte", welche dort nachgeschlagen werden können - aber nicht müssen, auch wenn dies erwiesenermaßen sehr nützlich ist. 

Dieses Begleitbuch definiert und beschreibt die wichtigsten Terminologien aus der INTUISTIK und den werte-bewusstseins-didaktischen Prinzipien nach Frank H. Sauer, Autor vom („Das große Buch der Werte – Enzyklopädie der Wertvorstellungen“)


Werte allgemein

Siehe das jeweils aktuelle „Das große Buch der Werte“


Konfrontation mit Werten

Das Besondere an unseren Wertespielen ist, dass man auch mit Begriffen konfrontiert wird, die einem nicht auf Anhieb in den Sinn kommen. Die Klassiker Ehrlichkeit, Vertrauen, Offenheit kommen zwar auch vor, aber Werte wie Andersartigkeit, Humor, Harmonie, Weitsicht fallen im Alltag meist nicht auf. So wird der Spieler im Laufe des Spiels mit dem ganzen Spektrum der Werte konfrontiert und entdeckt dabei neue Aspekte seines Wirkens auf andere sowie Kompetenzen, die ihm selbst noch gar nicht aufgefallen sind.


Arten von Werte

Wir haben für einige Spielevarianten die Werte in Arten eingeteilt. Hier eine kurze Erklärung dieser Werte-Arten und welche Bedeutung sie im Sinne von menschlichen Wertvorstellungen haben.

Motive (MO)

Natürlich und charakterlich bedingte Beweggründe, die meist intrinsisch motivierte Wertvorstellungen hervorbringen. Extrinsisch bedingte Wertvorstellungen, resultieren zumeist aus Motiven, die mit der konditionierten Persönlichkeitsstruktur einherkommen.

Wir orientieren uns bestmöglich nach den 4 konstruktiven Grundmotiven:

  • Beziehung (Anerkennung, Anschluss, Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Sicherheit)
  • = EGO
  • Kontrolle (Ursache, Wirksamkeit, Stabilität, Macht)
  • = VERANTWORTUNG
  • Erfolg (Leistung, Erleben, Sinnbefriedigung)
  • = WERTSCHÖPFUNG
  • Entfaltung (Transzendenz, Weisheit, nachhaltiges Überleben)
  • = EVOLUTION

Tugenden (TU)

tugendhafter Wert, der in bestimmten Kulturen als sittlich, wünschenswert angesehen wird

Soziale Kompetenzen (SK)

sozialer Wert, der auch als soziale Kompetenz bezeichnet werden kann

Kardinaltugenden (KT)

Eine Kardinaltugend (von lateinisch cardo = "Dreh- und Angelpunkt") wird auch Primärtugend genannt. Ambrosius von Mailand (339 bis 397) verwendete den Begriff erstmals als "virtutes cardinales". Thomas von Aquin (1225 bis 1274) deutete sie bildlich als "Angel" (Türangel), an denen alle anderen Tugenden anhängen. Im heutigen Kontext kann eine Primärtugend auch als Grundwert bezeichnet werden, denn Tugenden stellen zumeist Wertvorstellungen dar. Die Summe der Kardinaltugenden der jeweiligen Epoche stellen wiederum Wertesysteme dar. Überlieferte Kardinaltugenden gibt es seit der Antike.

Wir führen diese Begriffe hier auf, da sie kulturell (memetisch) den intellektuellen und wertesystemischen Entwicklungsprozess der Menschheit (aus soziokultureller Sicht) bis heute maßgeblich beeinflusst haben. So ist jeder Menschen mehr oder weniger von diesen Kardinaltugenden konditioniert worden, je nach Kulturkreis, in dem er aufgewachsen ist bzw. lebt.

Wer diese Werte-Begriffe als Kardinaltugend postulierte (Legende/Kurzzeichen):

  • Ko = Konfuzius (ca. 551 bis 479 v. Chr.)
  • Pl = Platon (ca. 428 bis 348 v. Chr.)
  • Ci = Marcus Tullius Cicero (106 bis 43 v. Chr.)
  • Bi = Die Bibel (ca. 400 n. Chr.)
  • ME = Meister Eckhart (1260 bis 1328)
  • pT = Die preußischen Tugenden (seit ca. 1700)
  • IK = Immanuel Kant (1724 bis 1804)
  • JFH = Johann Friedrich Herbart (1776 bis 1841)
  • DNH = Deutsche Nationalhymne, 3. Strophe (1841/1922/1952)

Agile Werte (AW)

Ein Wert bzw. Begriff, der im sog. Agilen Management (z.B. Scrum) Verwendung findet bzw. beachtet werden sollte.




Letzte Bearbeitung am 15.08.2019

Die komplette Liste aller Werte (Wertvorstellungen)
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