Wertemodelle

Auf dieser Seite werden wir verschiedene Wertemodelle (vereinzelt auch Wertmodell oder Wertesystem genannt) vorstellen, welche in Literatur und Wissenschaft zu finden sind.

Wertemodelle sind "modelliert aufgestellte Wertesysteme", die in Kategorien, Prioritäten, Bedeutungen, Polaritäten und/oder Gestehungs-Prozesse eingeteilt bzw. gegliedert sind. Sie können uns helfen, Werte speziell einzuordnen und besser zu verstehen. Auch wenn die meisten der hier ausgeführten Modelle "nur" theoretischer Natur und entsprechend als Postulat zu verstehen sind, wollen wir sie hier möglichst alle aufführen.

Zu einem späteren Zeitpunkt (bei gesteigertem Interesse [bitte schreiben Sie uns in diesem Fall]) werden wir alle Werte-Modelle (auch Werte-Konzepte und Werte-Systeme) in Form eines Summary weiter beschreiben und kommentieren


Wertemodell nach Shalom H. Schwartz

Der Psychologe Shalom H. Schwartz und Wolfgang Bilsky haben in 1980er Jahren die Frage gestellt, ob es so etwas wie globale Werte gibt, welche alle Menschen gemeinsam haben. Das Ergebnis ist ein heute oft zitiertes Wertemodell.

Konkret definierte Schwartz zuvor, dass die Werte einer Person, die sich auf dessen Ziele ausrichten, zwar abstrakt, aber als sog. Konzepte bzw. Überzeugungen definiert werden können. Diese Werte bilden sog. Leitlinien (Grundwerte) aus, welcher eine Person folgen kann. Dadurch kann die Identität eines Menschen herausgebildet werden.

Schwartz entwickelte zunächst ein bisweilen anerkanntes Wertemodell, welches aus 10 Werten besteht. Er stellte bestimmte Werte in seinem Modell gegenüber, ähnlich wie wir es im Einzelnen mit den „Antonymen Werten“ praktizieren (siehe Kapitel „Was sind Werte“). So stehen sich bei Schwartz z.B. folgende Wertekonzepte gegenüber:

Offenheit für Wandel
(Selbstbestimmung, Stimulation, Hedonismus)
versus Bewahrung des Bestehenden
   (Sicherheit, Tradition, Konformität)   
Selbststärkung
(Leistung, Macht)
versus Selbstüberwindung
(Universalismus, Humanismus)

Es wird behauptet, dass dieses Modell übereinstimmend in unterschiedlichen Kulturen Anwendung findet. 

Schaubilder in deutscher Sprache sind hier zu finden:

http://www.migration.uni-jena.de/project4/values/index.php

Später hat Schwartz mit anderen Wissenschaftlern sein eigenes Modell überprüft und revidiert. So sind es nun 19 Werte, die zu 4 sog. Wertedimensionen zusammengezogen wurden.

Zusammenfassende und kritische Beschreibung mit der Liste aller 19 Werte finden Sie hier:

http://www.wirtschaftspsychologie-aktuell.de/lernen/lernen-20121114-shalom-schwartz-werteverdopplung.html


Psychosynergetik: Die Fraktale Evolution des Psychischen. Grundlagen einer Allgemeinen Psychotherapie

Klappentext: Die immer breitere Anwendung moderner Selbstorganisationstheorien wie der Synergetik in den Neurowissenschaften und der Psychomotorik-Forschung bereitet einen Paradigmenwechsel von einer instruktionistischen zu einer emergentistischen Psychologie vor. Psychische Prozesse werden hier nicht als computeranaloge Informationsverarbeitungsprozesse modelliert, sondern als evolvierende komplexe Systeme, deren nichtlineare Dynamik Information kreiert. Faszinierend sind die Bezüge, die sich zur Gestaltpsychologie ergeben. Zentrale gestalttheoretische Konzepte können in einem modernen theoretischen Rahmen reinterpretiert und weiterentwickelt werden. Als physiologisches Pendant von "Gestalt" erweisen sich dabei neuronale dissipative Strukturen. Die "Sprache der Dynamik" erfasst sowohl die psychologische als auch die physiologische Ebene, und es gibt erste experimentelle Belege für eine "psychophysische Isodynamik". Nur geringe theoretische Beachtung hat bisher die vielfach belegte Beziehung zwischen Gestaltqualität und Emotionalität gefunden: "gute Gestalt" ist regelhaft mit positiven und "schlechte Gestalt" mit negativen Emotionen verbunden. Vor diesem Hintergrund wird folgende Kernthese formuliert: Es existiert ein emotionales Bewertungssystem für die evolutive Stabilität und Komplexität menschlicher Tätigkeitsprozesse. Neben der bekannten, auf statische Objekteigenschaften bezogenen emotionalen Bewertung im Rahmen der basalen physiologischen Bedarfssysteme erfolgt hier also eine Bewertung dynamischer Prozesseigenschaften des aktual-emergenten Tätigkeitsgeschehens. Die hierbei resultierenden Stimmigkeits- und Unstimmigkeitsempfindungen komprimieren die Gesamtkomplexität des Tätigkeitsprozesses auf die funktionell entscheidenden Parameter und machen ihn so für ein Bewusstsein mit geringer "Kanalbreite" erst ganzheitlich beherrschbar. Phänomene wie intrinsische Motivation, "nichthomöostatische", auf persönliches Wachstum gerichtete Bedürfnisse, ästhetisches Empfinden und die subtile Wechselwirkung von Kognition und Emotion im kreativen Denkprozess erfahren so eine neuartige Deutung. Die phylogenetisch abgeleiteten Funktionssysteme werden zu einem praktisch handhabbaren Rahmenmodell des Psychischen integriert. Nach einer Reinterpretation bestehender Psychotherapieformen und ihrer Integration auf dieser Grundlage wird eine Allgemeine evolutionistische Psychotherapie im Grundriss erkennbar.

Über den Autor: Dr. med. Dietmar Hansch studierte Medizin, Physik und Philosophie in Berlin und Hagen. Er arbeitet als Arzt an der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am Virchow-Klinikum, Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.


Humanistisches Werte-System - Versuch zu einer Neu-Orientierung

Recht veraltete Website, aber mit einem interessanten Modellversuch. Im Kontext geht es um Gerechtigkeit:

http://www.humanistische-aktion.de/werte.htm

Autor: Rudolf Kuhr, Amperstraße 32, D-82296 Schöngeising


Fortsetzung folgt ...


Letzte Bearbeitung am 06.09.2017

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