Nächstenliebe


Synonyme

Wohltätigkeit, Güte, Mildtätigkeit, Mitgefühl, Sanftmut, Barmherzigkeit, Menschlichkeit, Menschenfreundlichkeit, Menschenliebe, Humanität, humane Gesinnung

Ähnlich: Milde, Idealismus, Freundlichkeit, Mitleid, Erbarmen

Fremdwörter: Philanthropie, Humanitas

Englisch: love of neighbour, Christian love, brotherly love (Bruderliebe), benevolence (Güte), charity (Wohltätigkeit), altruism (Selbstlosigkeit)


Wortherkunft

Das Wort Nächstenliebe setzt sich ableitend aus den Worten „Nächster“ und „Liebe“ zusammen. Das Wort Nächst ist eine superlativform des Wortes nahe, welches auf das althochdeutsche „nah“ und dem germanischen „næhwa“ – „nah“ zurückgeht. Das Wort „liebe“ hat seine Ursprünge im mittelhochdeutschen „liep“ = Gutes, Angenehmes, Wertes und dem indogermanischen „leubh“ - gern, lieb haben, begehren.


Definition

Die bedingungslose Bereitschaft für Mitmenschen mitfühlend da zu sein.


Beschreibung

Insbesondere bei christlichen Religionen kommt das Wort Nächstenliebe sehr häufig vor. Jesus fordert uns durch der Bibel auf, dass wir unseren „nächsten“ lieben sollen.

Wenn wir das Wort Liebe hören, dürfen wir in diesem Zusammenhang jedoch nicht an die Liebe zu unseren Eltern, Kindern oder Partner denken. Denn bei der Nächstenliebe ist weniger ein Gefühl gemeint, sondern die bewusste oder intuitive Entscheidung für ein Gegenüber. Man soll seinem Nächsten immer respektvoll und würdevoll gegenübertreten. Man muss nicht alle seine Taten oder Äußerungen (Wertvorstellungen) billigen, aber ihm dennoch mit großer und grundlegender Wertschätzung und Zuneigung begegnen.


Zitate

"In der Nächstenliebe gibt es kein Übermaß."

Sir Francis von Verulam Bacon (1561 bis 1626)

"Sei sparsam, aber nicht mit dir selber."

Pavel Kosorin (*1964)

"Wenn du deinen Nächsten lieben sollst wie dich selbst, dann ist es nur angemessen, daß du dich selbst liebst wie deinen Nächsten."

Nicolas Chamfort (1741 bis 1790)

"Glücklich der Mensch, der seinen Nächsten trägt in seiner ganzen Gebrechlichkeit, wie er sich wünscht, von jenem getragen zu werden in seiner eigenen Schwäche."

Franz von Assisi (1182 bis 1226)


Letzte Bearbeitung am 17.04.2018

Autoren: Florian Sauer und Frank H. Sauer

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