Manche Begriffe werden als Wert oder Wertvorstellung verstanden, welche jedoch im eigentlichen Sinne keinen Wert darstellen, so z.B.: 

Glück

Auch wenn Glück ohne Zweifel wertvoll ist, so stellt der Begriff keine spezifische Wertvorstellung dar. Vielmehr ist Glück, wenn erwünschte Werte vollends erlebt werden und dieser Zustand wahrgenommen wird.


Allgemeine Definition

1. etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals
2. das personifiziert gedachte Glück; Fortuna
3. a) angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung
3. b) einzelne glückliche Situation; glückliches Ereignis, Erlebnis

Wortformen: glücklich, glücken, geglückt, beglückt

Wortbildungen: glückselig, Glücksgefühl, Glücksempfinden, Glückspilz, Glückskind, Glücksritter

Englisch: happiness (Heiterkeit), luck (Dusel), fortune (Schicksal, Wohlstand)



Herkunft

Das Substantiv Glück ist ursprünglich abgeleitet aus dem Verb "glücken" = "gelingen"  (auch aus mittelhochdeutsch "gelücken" 12. Jh.).


Beschreibung

Aus der Definition entnehmen wir, dass der Begriff Glück scheinbar unterschiedliche Bedeutungen hat. Trotz dieser Unterschiede, kann man Glück zusammenfassend als "leichtes Gelingen mit günstigen Fügungen" bezeichnen.

Glück ist demnach, wenn etwas leicht gelingt - egal, ob es bewusst, unbewusst oder durch äußere Umstände herbeigeführt wurde. Weiterhin ist dabei wichtig, dass es als Glück wahrgenommen wird, wodurch ein sog. Glücksgefühl einsetzt.

In wie weit ein Mensch glücklich ist, hängt von seiner Fähigkeit ab, das, was bereits leicht gelungen ist, wahrzunehmen und es mit Wertschätzung auszuzeichnen. Dabei spielt keine Rolle, welche Dimension (Größe, allgemeine Wichtigkeit, etc.) dieses "Leichtgelungene" besitzt.

Das Empfinden von Glück wird durch dieses gezielte, umfassende Wahrnehmen (Erkennen, Achten, Schätzen) ausgelöst, was bestimmte Hirnaktivitäten zur Folge hat. Hierbei werden im Gehirn Endorphine, Oxytocin und die sog. Neurotransmitter Dopamin und Serotonin freigesetzt.

Glück und Glücksgefühle werden durch ein entsprechend stimulierendes und positives Umfeld begünstigt. Ebenso dadurch, dass  die grundlegend intrinsisch motivierten Werte erfüllt bzw. gelebt werden können.

Glück ist insbesondere im Sinne von erlebten (gelebten) Wertvorstellungen ein äquivalentes Ergebnis von Flow und Spielen.

Rationelles Denken und insbesondere Grübeln reduzieren oder verhindern Glück.

Optimismus und Achtsamkeit fördern Glück.


Von der Philosophie bis zur Glücksforschung

Von Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) stammt die wohl älteste und bekannteste Definition von Glück: "Glück ist das, was der Mensch um seiner selbst willen anstrebt, und nicht, um etwas Anderes damit zu erreichen." Was dies konkret bedeutet beschreibt er mit dem sog. "Ergon-Argument": "Jedes Lebewesen hat eine bestimmte Aufgabe (ergon), die sich aus seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten ergibt." 

Epikur (341 bis 270 v. Chr.) gilt als einer der wichtigsten Glücksphilosophen der Antike. Sokrates (469 bis 399 v. Chr.) lebte nach der sog. Eudaimonie (auch Eudämonie), welche Glück und Glückseligkeit bringen soll.

Mehr Infos zu allen Glücksphilosophen unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Glücks

"Glück" auch ernsthaft wissenschaftlich zu erforschen, ist schon lange Zeit eine geliebte Disziplin des denkenden Menschen; insbesondere in der Neuzeit. Hier gibt es einige interessante Sichtweisen, Ergebnissen und Projekte.

Hier zwei Beispiele:

Bruttonationalglück

Der ehemalige König von Bhutan "Jigme Singye Wangchuck" benutzte während seiner Amtszeit diesen Begriff im Jahre 1979, auf die Frage eines indischen Journalisten, wie hoch denn das Bruttoinlandsprodukt von Bhutan sein. Damit brachte er seine Gesinnung zum Ausdruck, dass er sich eine Wirtschaftsentwicklung wünsche, die Bhutans Kultur und deren buddhistischen Werten gerecht wird. Das Land hatte zu diesem Zweck die "staatliche Kommission für das Bruttonationalglück" eingeführt.

Glücksformel (nach Cohen)

Der britische Wissenschaftler, Autor und Vortragsredner Pete Cohen legte die Formel für Glück folgendermaßen fest:

P+(5xE)+(3xH)

"P" steht für die persönlichen Eigenschaften (wie Lebenseinstellung und Anpassungsfähigkeit); "E" bedeutet Existenz (wie z.B. Gesundheit, finanzielle Absicherung und Beziehungen); "H" steht für höhere Werte (wie z.B. Selbstwertgefühl, Zuversicht, Sinn für Humor).

Website von Pete Cohen: https://petecohen.com/

Anmerkung: Weitere zahlreiche Beispiele finden Sie z.B. bei Google.de oder Ecosia.org, wenn Sie den Begriff „Glücksforschung“ eingeben.


Zitate

"Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."

Erasmus von Rotterdam

"Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich."

André Gide

"Wer vom Glück immer nur träumt, darf sich nicht wundern, wenn er es verschläft."

Ernst Deutsch

"Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich."

Hermann Hesse

"Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende."

Demokrit

"Glück kommt nie zu zweit. Unglück nie allein."

Konfuzius


In den Medien

Was ist Glück? (Philosophisches Kopfkino - 3sat, 2011)

Eine kurze und kurzweilige Übersicht, was Glück ist bzw. sein könnte. Was sagten Aristoteles, Epikur, Konfuzius und ein berühmter Fußballer?


Literatur

Website: "IFG München - Institut für Glücksforschung"

Aktuelles Wissen aus der Glücksforschung und Glückswissenschaft (The Science of Happiness). Glückswissenschaft ist wie die Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Pharmazie und alle anderen Wissenschaften eine auf Zahlen, Fakten und Tatsachenbeweisen beruhende Wissenschaft, kein übliches Glücksblabla voller Vermutungen und hohler Behauptungen. Sie erforscht und beweist wie jeder aufblühen, sich dauerhaft wohler fühlen, glücklicher werden und ein glücklicheres Leben haben kann und veröffentlicht hier ihre neuesten Ergebnisse. Sie sagt, was ist: „Was wirklich zählt und wie's geht.“


Letzte Bearbeitung am 19.09.2017

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