Entscheidungsfreude

Werte-AntonymBesonnenheit 


Synonyme

Entscheidungskraft, Entscheidungsfähigkeit, Beschlussfähigkeit, Entscheider-Mentalität

Ähnlich: Spontanität, Entschlossenheit, Bauchentscheidung, Intuition

Englisch: (Adjektive) decisive, decisively (entscheidend)


Wortherkunft

Das Wort Entscheidungsfreude setzt sich aus der „Entscheidung“ und der „Freude“ zusammen: Den Begriff „Entscheidung“ gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert, er entlehnt sich dem mittelhochdeutschen Wort „entscheidunge“. „Freude“ ist auf das mittelhochdeutsche „vröuwen“ beziehungsweise das althochdeutschen „frewan“ zurückzuführen. Beide Wörter stammen von dem germanischen „frawija“ = „froh machen“ ab.


Definition

Die Fähigkeit, leicht und freudig Entscheidungen treffen zu können.


Beschreibung

Das muntere und meist schnelle Entscheiden nennt man Entscheidungsfreude. Obwohl dieser Begriff nicht gebräuchlich ist, spielt er in der heutigen, schnelllebigen Ökonomie sowie insbesondere innerhalb von Unternehmen und Politik eine wachsende Rolle.

Entscheidungsfreude ist besonders während eines schnellen Wertewandels notwendig, um an Innovation teilhaben zu können.

Das Treffen von „richtigen“ Entscheidungen ist oft nicht einfach, da sie mit dem Abwägen von vielen Faktoren verbunden sind und schon kleine Fehlentscheidungen ein ganzes Projekt oder sogar Unternehmen zerstören können. Das bedeutet in diesem Sinne, dass Entscheidungsfreude nicht zwangsläufig eine positive Eigenschaft sein muss, denn eine „große“ Entscheidung sollte stets gut durchdacht sein.

In der Kybernetik (Wissenschaft der Steuerung und Regelung; aus altgriechisch „kybérnesis“ = „Steuermann“) wird erklärt, dass Entscheidungen eines Menschen oft unbewusst und instinktartig (automatisiert) getroffen werden. Jeder einzelne Mensch trifft täglich, meist in Sekundenbruchteilen, tausende von Entscheidungen, ohne dabei zu denken.

Die wichtigsten Methoden, eine Entscheidung zu treffen, sind:

1. Intuition

Mittels einer sogenannten „Bauchentscheidung“, welche durch die Intuition unmittelbar (vor einem rationellen Gedanken) erkannt wird. 

Die Entscheidung wird instinktiv, ohne zu Denken getroffen. Eine Regel lautet: „Jede Entscheidung ist besser als keine“. Schnell, zielsicher, pragmatisch. Denkendes Abwägen und die damit verbundenen Vorurteile spielen keine Rolle.

2. Rational

Anhand einer Analyse, durch das Abwägen aller Risiken und Chancen; beispielsweise durch eine sogenannte „Pro-Kontra-Liste“. Hier benötigen wir „Erfahrung“ und „Intelligenz“ sowie die Bedingung einer „guten Fehlerkultur“. 

Erfahrung liefert Fakten, die wir für das Aufstellen der notwendigen Szenarien und Konsequenzen benötigen. 

Intelligenz hilft dabei, optional vernetzt zu denken (Prognose) sowie die Fakten „folgerichtig“ abzuwägen (Deutung). 

Fehlerkultur benötigen wir, damit kein Raum für Angst vor Konsequenzen einer Fehlentscheidung existiert.

3. Schicksal

Eine Variante, die dann sinnvoll ist, wenn Geschwindigkeit unabdingbar ist, eine Entscheidungsfindung auf keine andere Weise möglich ist, sowie die willkürlich gewählte Konsequenz nicht existenzbedrohend ist. Dies kann beispielsweise durch das Werfen einer Münze erledigt werden.


Zitate

"Mangel an Klugheit bei einem Leiter wird durch Mangel an Entscheidungsfreude kompensiert."

Dr. rer. pol. André Brie (1950)

"Wer sich für die Zukunft entscheidet hat keine Zeit mehr, sich mit den ungelösten Problemen der Vergangenheit und den Widrigkeiten der Gegenwart zu beschäftigen; denn die Zukunft wird seine ganze Aufmerksamkeit, Kraft und Entscheidungsfreude in Anspruch nehmen."

Wolfgang Kownatka (1938)

„Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin, dass du Dein Leben ändern kannst, indem du Deine Geisteshaltung änderst.“

Albert Schweitzer (1875 bis 1965)


Literatur

Was ist eine Entscheidung? Wie funktioniert entscheiden? Und wie treffe ich immer die für meine Ziele richtige Wahl?

Aus dem "CoachLetter" von SAUER COACHING im August 2012

"[...] Eine Entscheidung zu treffen ist nicht schwer, wenn wir uns ein wenig mit den Wirkmechanismen (z.B. den zahlreichen möglichen Konsequenzen von entscheiden oder nicht entscheiden) beschäftigt haben und das Treffen von Entscheidungen "bewusst" täglich trainieren. [...]".


Letzte Bearbeitung am 14.03.2018

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