Empathie


Synonyme

Wortformen: empathisch

Einfühlungsvermögen, Feinfühligkeit, Fingerspitzengefühl, Mitgefühl, Teilnahme, Verständnis, Zartgefühl

ähnlich: Sympathie, soziales Interesse

Englisch: empathy



Wortherkunft

Aus dem Altgriechischen "empátheia", was soviel wie "Leidenschaft" bedeutet.


Definition

Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen.

Quelle: Duden (17.06.2017)


Beschreibung

Empathie bezeichnet die das Interesse und die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale eines anderen zu erkennen und zu verstehen.

Zur Empathie gehört auch die eigene Reaktion auf die Gefühle Anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder das Hilfe geben wollen.

Empathie spielt in vielen Wissenschaften eine immer wichtigere Rolle (Psychologie, Physiologie, Pädagogik, Philosophie, Medizin und Psychiatrie) und gewinnt zunehmen an Bedeutung im Management und Marketing, da man erkannt hat, dass Empathie eine wesentliche Voraussetzung für ein nachhaltig motivierendes Führungsverhalten ist.

Bedeutung im Alltag und in Organisationen

Wenn wir Menschen zu Höchstleistungen bringen wollen, müssen wir sie zunächst in ihrer Wesensart verstehen. Dabei ist es wichtig, Ängste, Vorbehalte, Motivatoren, Ziele, Wünsche, Träume, etc. zu entdecken, sich damit zu beschäftigen und mit den Zielen des Unternehmens (der Organisation) oder des Projektes abzugleichen.

Leistungsbereitschaft kann nicht auf Dauer durch externen Druck erzeugt werden. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass sich die Kultur der kapitalistischen Gesellschaft insgesamt verändert und sich der Mensch nicht mehr alleine über die Motivatoren Angst, Pflichtbewusstsein oder Geld steuern und führen lassen. Vielmehr dominiert zunehmend die intrinsische Motivation einer Person; sie sucht deswegen einen Abgleich mit Werten der angehörigen Organisation und legt Wert auf empathisches Verhalten von vorgesetzten Führungskräften.


Zitate

"Es gibt in einem anderen Menschen nichts, was es nicht auch in mir gibt. Dies ist die einzige Grundlage für das Verstehen der Menschen untereinander."

Erich Fromm

"Alles Glück der Welt entsteht aus dem Wunsch, dass andere glücklich sein mögen."

Buddha

"Die ganze Lebenskunst besteht darin, uns der Personen, durch die wir leiden, wie einer Stufe zu bedienen, auf der wir zu ihrer göttlichen Gestalt Zugang erhalten können, und auf diese Weise unser Leben fröhlich mit Göttern zu bevölkern."

Marcel Proust (10.07.1871 bis 18.11.1922); französischer Schriftsteller und Sozialkritiker. Sein Hauptwerk ist der siebenbändige Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", aus dem das Zitat stammt.

"Das Gefühl kann viel feinfühliger sein als der Verstand scharfsinnig."

Viktor Frankl (26.03.1905 bis 02.09.1997); österreichischer Neurologe und Psychiater


In den Medien

Empathie und die Generation Ich - Dr. Frank-M. Staemmler 

Die empathische Abstimmung zwischen Menschen findet im Alltag in vielerlei Formen statt. Manche von ihnen sind so selbstverständlich, dass man sie kaum noch beachtet oder erkennt; und manche sind auf den ersten Blick so schwer erklärlich, dass sie wie paranormale Vorgänge erscheinen. In seinem Vortrag geht Frank Staemmler auf einige Beispiele für diese alltägliche Empathie ein und leitet Anregungen dafür ab, wie Menschen ihre Einfühlungsfähigkeit entwickeln und ausbauen können. Frank Staemmler ist Diplom-Psychologe, Gestalttherapeut und Autor des Buches „Das Geheimnis des Anderen - Empathie in der Psychotherapie".

Empathie - das Gefühl für den Anderen (3sat, scobel)

Wie entsteht bzw. entwickelt sich die Empathie beim Menschen? Und warum ist sie bei Individuen unterschiedlich ausgeprägt? Interviews mit zahlreichen Experten und Erläuterungen zur Entstehung von Empathie.

Was ist Empathie und was nicht?

Eine kleine Lektion für empathisches Verhalten. Das Video ist zwar etwas "mechanisch", aber inhaltlich sehr wertvoll.


Literatur

Das Geheimnis des Anderen - Empathie in der Psychotherapie: Wie Therapeuten und Klienten einander verstehen

von Frank M Staemmler (01. April 2009) 

In der Geschichte der Psychotherapie hat die Empathie ein wechselhaftes Schicksal erlebt: Von Rogers oder Kohut als Allheilmittel gelobt, von Perls als Ausdruck unklarer Abgrenzung verdammt - aber immer als einseitige und mehr oder weniger mentale Leistung der Therapeuten verstanden. Dies wird weder heutigen Anforderungen an eine moderne Psychotherapie noch neueren Forschungsergebnissen gerecht.


Der Autor entwickelt in klar nachvollziehbaren Schritten und anhand anschaulicher Beispiele ein neues Empathiekonzept: Es beruht auf einem dialogischen Verständnis von Therapie, in dem die Klienten als aktive und gleichfalls empathische Mitwirkende gesehen werden.
Es versteht Empathie als ein Phänomen, das nicht nur im Kopf der Beteiligten stattfindet, sondern tief im Körper verwurzelt ist, wie insbesondere die Entdeckung der Spiegelneuronen gezeigt hat. Empathie ist in ihrer jeweiligen Erscheinungsform etwas, das sich aus der gemeinsamen Situation von Klient und Therapeut entwickelt.


Empathie: Die Macht des Mitgefühls. Weshalb einfühlsame Menschen gesund und glücklich sind

Deutschlands bekanntester Medizinjournalist hat für sein bahnbrechendes Werk Hunderte Studien aus der internationalen Empathie-Forschung ausgewertet. Die Ergebnisse sind so spannend wie vielversprechend: Mitfühlen tut nicht nur anderen gut, sondern ist gesund. Menschen, die sich einfühlen können, leiden seltener an Depressionen und sind weniger schmerzempfindlich. Empathie hält also nicht nur die Gesellschaft im Innersten zusammen, sondern hilft auch uns selbst.



Letzte Bearbeitung am 03.08.2017

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