Disziplin

Siehe auch Selbst-Disziplin >>


Synonyme

Wortformen: diszipliniert, disziplinär, disziplinieren, disziplinarisch.

Intrinsische Disziplin [1]: Selbstdisziplin, Verpflichtung, Einordnung, Unterordnung, Gewissen, Ethos, Selbststeuerung, Selbstkontrolle, Selbstbeherrschung, Pflichtbewusstsein.

ÄhnlichVerantwortungsbewusstsein, Wertmaßstäbe, Moral, Haltung, Kampfgeist, Selbstvertrauen.

Extrinsische Disziplin: Dressur, Drill, Befehl, Anweisung, Ordnung, Schliff, Handlungsregeln.

Englisch: discipline


Wortherkunft

Aus dem lateinisch „disciplina“ = „Lehre, Zucht, (systemische) Ordnung“; wiederum abgeleitet aus „discipulus“ = „Schüler, Lehrling, Unterricht, Wissenschaft“.


Definition

  1. a) das Einhalten von bestimmten Vorschriften, vorgeschriebenen Verhaltensregeln o. Ä.; das Sicheinfügen in die Ordnung einer Gruppe, einer Gemeinschaft
    b) das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen
  2. Wissenschaftszweig; Teilbereich, Unterabteilung einer Wissenschaft
  3. Teilbereich, Unterabteilung des Sports; Sportart

Quelle: Dudenverlag (Januar 2017)


Beschreibung

Der Begriff Disziplin hat zwar verschiedene Definitionen, Bedeutungen und auch Implikationen. Dennoch ist die ursprüngliche Definition (siehe Wortherkunft) gemeinsamer Natur: Disziplin ist das konsequente Einordnen (Hingabe) in systemische Aspekte, um Ziele zu erreichen. 

Disziplin kann deutlich gesteigert werden, wenn das zu erreichende Ziel sowie der daraus resultierende Erfolg visualisiert wird.

Disziplin fördert die Moral und wirkt sich somit positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus.

Eine durchgängig angewendete Disziplin bezeichnen wir als „Selbststeuerungskompetenz“ und im Kontext von „Wertvorstellungen“ unterscheiden wir zwischen der „intrinsischen“ und der „extrinsischen“ Disziplin.

Intrinsische Disziplin

Die aus dem inneren Selbst motivierte Disziplin ist das entschieden eigenkontrollierte Denken und Handeln, mit dem ordnungsorientierten Zweck, eigene Ziele (oder auch Teilziele) zu erreichen. Ordnungsorientiert bezeichnet hier zum Beispiel das Einhalten von bedingenden Richtlinien, Regeln sowie konditionierende Rituale.

Die zu erreichenden Ziele können entweder selbst aufgestellt oder auch aus einer hierarchisch übergeordneten Instanz vorgegeben sein, der man sich verpflichtet fühlt (einer Mission und Grundwerten folgend).

Extrinsische Disziplin

Das Einfordern von Disziplin bedeutet, dass sich Personen Geboten, Verboten und Anweisungen unterwerfen müssen. Ob diese Form des Gehorsams eine selbstbestimmte oder fremdgesteuerte Unterordnung ist, spielt aus Sicht der Autorität oder Majorität in vielen Fällen keine wesentliche Rolle. Die Autorität ist meistens eine Person oder eine Gemeinschaft. Es kann sich aber auch um eine überzeugende Idee, einen Gott oder das eigene Gewissen handeln.


Zitate

"Denn jeder, der sein innres Selbst nicht zu regieren weiß, regierte gar zu gern des Nachbars Willen, eignem stolzem Sinn gemäß."

Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832)

"In unserer Zeit besteht keine Gefahr eines Übermaßes an Disziplin, Pflichtgefühl und Gemeinschaftsdienst. Heute herrscht weit eher ein Mangel an der Fähigkeit, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, sondern sich zugunsten von anderen zurückzustellen."

Richard von Weizsäcker (1920); deutscher Politiker (CDU) und

6. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

"Disziplin ist nur eine Frage der Zielbewusstheit. Wer seine inneren Bilder klar vor Augen hat, kann die nächste Handlungsgelegenheit gar nicht abwarten."

Arnold Schwarzenegger (1947)


[1] intrinsisch: von innen her kommend (aus eigenem Antrieb motiviert)

[2] extrinsisch: von außen her angeregt (durch fremden Antrieb motiviert)

Letzte Bearbeitung am 16.11.2018

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