Anstand

Synonyme

Gutes Benehmen, schickliches Benehmen, gute Sitte, Sittsamkeit, Anständigkeit, Anstandsgefühl, Takt, Toleranz, Tugendhaftigkeit, Feingefühl, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Korrektheit, Respekt.

Steigerung: Humanität.

Gehoben: Geschmack, Schicklichkeit, Schick.

Veraltet: Dehors, Dekorum.

Wortherkunft

Aus mittelhochdeutsch „an(e)stān" = „zum Stehen kommen“ oder „sich gehören“.

Definition

Gute Sitte(n) haben, schickliches Benehmen.

Beschreibung

Das Wort Anstand beschreibt ein korrektes Benehmen, das auf guten Sitten und einer grundlegenden angemessenen (erwarteten) und angepassten Wertvorstellung beruht.

Als "anständig" gilt eine Person, die es weiß, sich zu benehmen und durch ihr individuelles Verhalten in der Gesellschaft. Dies insbesondere in der sog. höher gestellten Gesellschaft (hierarchisch oder kulturell) Anklang zu finden und somit richtig zu verkehren, ohne dass andere negativ über dessen Sitte und Verhalten urteilen.

Zitate

"Was das Gesetz nicht verbietet, verbietet der Anstand."

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.)

"Es genügt nicht, ein anständiger Mensch zu sein. Man muss es auch zeigen."

Honoré de Balzac (1799 - 1850)

"Die Kunst des Umgangs mit Menschen besteht darin, sich bemerken, geltend und geachtet zu machen, ohne beneidet zu werden."

Adolph Freiherr Knigge (16.10.1752 in Bredenbeck bei Hannover bis 06.05.1796 in Bremen)

In den Medien

Anstand, Fairness, Gerechtigkeit - Podiumsdiskussion (Teil 1)

Unter der Leitung von Prof. Dr. Marcus Willaschek, Universität Frankfurt, mit Unterstützung der Deutsche Börse AG und in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen" fand die Veranstaltungsreihe "Anstand, Fairness, Gerechtigkeit - Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft"statt. An der Podiumsdiskussion bei der abschließenden Veranstaltung am 15. Januar 2014 nahmen teil: Prof. Dr. Rainer Forst, Goethe-Universität Frankfurt am Main; Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Bundesverfassungsgericht; Dr. Elke König, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht; Finja Carolin Kütz, Oliver Wyman. 

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Literatur

Über den Umgang mit Menschen (Ausg. 2009) von Adolf F. von Knigge

Knigge hat zwar nicht den Anstand erfunden, aber er hat in kodifiziert, hofiert und publiziert. Im Nachhineine betrachtet, ist er maßgeblich dafür verantwortlich, dass bewusste oder auch unbewusste Sitten und Gebräuche in unseren Alltag eingezogen sind.

Der "Knigge" ist deswegen heute noch eine interessante Lektüre über die praktische Kunst des Umgangs mit Menschen. Erschienen 1788 – im gleichen Jahr wie Kants »Kritik der praktischen Vernunft« – befasst sich Knigge mit der Durchsetzung von Moral und gibt überzeugende und vor allem praktikable Antworten auf die Fragen menschlichen Zusammenlebens.


Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu schmieden. (Konfuzius)

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