Gerechtigkeit

Synonyme

Gesellschaftlich: Gerechtsein, Fairness, Objektivität, Unbestechlichkeit, Unparteilichkeit, Unvoreingenommenheit, Vorurteilslosigkeit.

Staatlich: Gerichtsbarkeit, Justiz, Rechtsprechung, Rechtspflege.

Fachwörter (staatlich): Jurisdiktion, Judikative

Wortherkunft

Aus mittelhochdeutsch: „gerehtikeit“

Definition

Gerechtigkeit ist ein Prinzip eines gesellschaftlichen und/oder staatlichen Verhaltens, bei dem jedem Mensch sein persönliches Recht in gleicher Weise gewährt werden soll.

Beschreibung

Gerechtigkeit ist der optimale Zustand eines sozialen Miteinanders, bei dem stets ein fairer Ausgleich (Balance) aller Interessen, Vergütungen sowie Chancen hergestellt wird.

Ein Sinn für Gerechtigkeit einer einzelnen Person oder einer Gruppe von Menschen geht einher mit bestimmten Normen und Werten (Handlungsnormen, Rechtsnormen) und schafft im besten Fall Rituale, welche ein gerechtes Miteinander erzeugen.

Eine absolute Gerechtigkeit ist kaum herstellbar, da die Wertvorstellungen (Gewichtungen) – über die parteilichen Parameter – den o.a. Ausgleich, wegen unterschiedlichen subjektiven Wahrnehmungen und Sichtweisen, erschwert.

Dennoch ist das Streben nach größtmöglicher Gerechtigkeit immer mehr im Vordergrund von kulturellen Wertesystemen – vor allem in der westlichen Welt. Insbesondere das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland legt Wert auf Gerechtigkeit in vielen Bereichen des Zusammenlebens.

Auch weltweit wird Gerechtigkeit zunehmend als ein Grundwert (Grundnorm) deklariert – im Bereich der Ethik, den kontinentalen Sozialwissenschaften und der nationalen Gesetzgebung.

Platon definierte Gerechtigkeit als innere Einstellung und ist eine der sog. Kardinaltugenden, welche das Verhältnis von „Begehren“, „Mut“ und „Vernunft“ in Einklang bringt.

Die Globalisierung lässt die Menschheit ein neues Bewusstsein erlangen, da die wesentlichen Herausforderungen (Klimawandel, Wachstum der Menschheit, Knappheit der Ressourcen, Wirtschaftskrisen, Finanzkrisen) alle betreffen und demnach Gerechtigkeit nicht alleine auf nationaler Ebene hergestellt werden muss.

Zitate

"Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muß lange Stiefel haben."

Wilhelm Busch (1832-1908), dt. Schriftsteller, Maler u. Zeichner

"Die Schwächsten sind der Maßstab für die Gerechtigkeit."

Margot Käßmann (*1958), evangelisch-lutherische Theologin & Pastorin. Quelle: PHOENIX, Kamingespräch

"Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird."

Rudolf Hagelstange (1912-84), dt. Schriftsteller

"Der Pfad der Gerechten ist wie das Licht am Morgen."

Altes Testament

"Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich recht tun, während er in irgend einem anderen unrecht tut. Das Leben ist ein unteilbares Ganzes."

Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Rechtsanwalt, Führer der indischen Befreiungsbewegung

"Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen."

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716), bedeutender deutscher Mathematiker, Physiker, Philosoph, Sprachwissenschaftler und Historiker. Quelle: »Werke«, 1764

In den Medien

ZDF-Sendung "Precht", Thema: "Was ist Gerechtigkeit?"

Eine politisch-philosophische Diskussion, die sich den Themen (Werten) Gerechtigkeit und Fairness widmet. Richard David Precht im Dialog mit Christian Lindner.

Letzte Änderung: 24.11.2016

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"Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu schmieden."

Konfuzius

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